21.11.2008 - Trofana Tyrol

Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen! Und wenn drei Linedance-Mädels unterwegs sind, dann erst recht!

Es ist Freitag der 21.11.08 und den ganzen Tag schon kommen Unwettermeldungen mit Schneesturm und  Gewitter-Vorhersage für diese Nacht im Radio. Brigitte, Alex und ich haben bis zum Abend hin und her überlegt ob wir die Fahrt nach Mils ins Trofana zur Party der drei Vereine Burning Boots, Sundancer und Landecker Linedancer  machen sollen, oder nicht. Furchtlos erklärte sich Brigitte bereit zu fahren und wir waren mehr als optimistisch. So schlimm kann ein bisschen Schnee schon nicht sein. Dachten wir!

An der Grenze besorgten wir uns noch eine Vignette und etwas Proviant und starteten los. Bereits nach Scharnitz war eine geschlossene Schneedecke auf der Fahrbahn, jedoch recht griffig. Durch Seefeld durch Richtung Telfs ging alles ganz problemlos. Plötzlich erkennen wir in der Ferne viele rote Rücklichter. Wir vermuten einen Unfall und tasten uns langsam an die Stelle heran. Doch bis wir dort waren, waren keine Autos mehr auf der Straße. Beim näherkommen erkennen wir durch die unaufhörlich vom Himmel fallenden Schneeflocken einen Baum der unsere komplette Fahrbahn und die Gegenspur bis über die Hälfte blockierte.

Und auch noch genau an einer Steigung. Alex und ich sprangen schnell aus dem Auto und versuchten den Baum wegzuheben. Ha Ha! So ein Baum ist doch ganz schön schwer! Zumindest schafften wir es gemeinsam die Spitze des Baums wegzuziehen und die Autos konnten durchfahren. Da unsere Hände ja nun schon vom Harz klebrig und von den Nadeln zerstochen waren, hielten wir auch noch für drei weitere Autos die Bahn frei. Das Ganze fand ja am Berg statt und Brigitte konnte nicht halten da wir sonst sicher nicht mehr weggekommen wären. Sie fuhr zumindest so weit das die Straße einigermaßen gerade war, und wir zwei legten eine kleine Joggingrunde durch Nacht und Schnee bis zum Auto ein.

Der kleine Zwischenfall trübte unsere Stimmung natürlich nicht und wir setzten fröhlich die Fahrt Richtung Imst fort. Im Inntal war deutlich weniger Schneefall und wir waren innerhalb einer Stunde am Rastplatz Trofana Tyrol angekommen.

Innen war die Party schon seit über einer Stunde im Gange, wir begrüßten kurz alle Bekannten und stürmten sogleich die Tanzfläche. Im Vorfeld hatten wir die Liste der Tänze schon bekommen und freuten uns auf einen tollen Linedanceabend. In der Pause zwischen 20 und 21 Uhr gab es Auftritte der verschiedenen Vereine. Annette bat uns kurzerhand die Arizona’s zu unterstützen und ehe wir uns versahen waren wir mit von der Partie. Danach gings wieder mit der Tanzliste weiter. Die Tapping Toes waren diesmal nur durch Christian, Brigitte, Alex und mich vertreten, doch bei den TLF kennt man sich ja schon untereinander und wir hatten viel Spaß mit vielen netten Leuten.

Jeder flüchtige Blick aus dem Fenster zeigte uns ununterbrochenes Schneegestöber und die Hoffnung auf eine schneefrei Autobahn sank mit jeder Minute.

Gegen Mitternacht war die Party zu Ende und wir schaufelten erst mal das Auto frei. Auch Helmut und Annette traten die Heimfahrt an und gaben uns Begleitschutz. Es war ein gutes Gefühl nicht ganz allein durch die Nacht zu fahren. Richtung Innsbruck war mal mehr mal weniger Schnee und es ging eigentlich gut und zügig dahin. Nach Meinung einiger Tiroler entschlossen wir uns für die Heimfahrt lieber den Zirler statt den Telfer Berg zu nehmen, da der wohl besser geräumt werden soll.

Dem war aber nicht so! Anscheinend waren unsere Gedanken schon längst im Bett, denn statt umzudrehen, oder gleich auf einen Parkplatz zu fahren versuchte Brigitte den Berg hinaufzukommen. Dies gelang ihr aber nur bis zu einer Parkbucht die wir mit Ach und Krach erreichten. Hier standen schon mehrere Autos und die Polizei, keiner traute sich weiterzufahren. Tja, jetzt standen wir also da, hatten aber auch keine Ahnung wies weitergehen sollte. Nach und nach wurde uns die Situation bewusst und wir bekamen alle ein seltsames Gefühl von Übelkeit in der Magengegend. Erstmal abwarten! Nach 20 Minuten kam immer noch kein Räumfahrzeug. Wir warteten weiter. Nichts! Außer Schnee, Schnee, Schnee und noch mehr Schnee! Wir telefonierten mit unseren Innsbrucker Freunden, die erst mal beim ÖAMTC die Lage klärten. Rückruf: Es dauert sicher noch 1-2 Stunden bis der Räumdienst am Zirler Berg ist.  Hmmm...Ratlosigkeit! Wie wärs mit nem Taxi? Gute Idee! Taxi in Innsbruck angerfuen.......boahhh ist das teuer! Ratlosigkeit! Wieder Anruf bei unseren Freunden: Sie montieren ihre Schneeketten und holen uns! Kurze Zeit drauf Rückruf: die Schneeketten passen nicht! Ratlosigkeit! Ein Taxi aus Seefeld ist bestimmt günstiger! Gute Idee! Auskunft angerufen, Taxiunternehmen angerufen. Aussage: leider keine Schneeketten! Ratlsoigkeit! Langsam wurde es kälter im Auto! Was tun? Ok, nützt nichts....doch das Taxi aus Insnbruck anfordern. Nochmal telefoniert. Dann hats noch 20 Minuten gedauert und endlich kam es durch den Schnee den Berg herauf gefahren. In der Zwischenzeit ist dann auch mal der Winterdienst gefahren, doch Brigitte traute sich nicht mehr das Auto zu bewegen. Kann ich gut verstehen!

Mittlerweile hatten wir auch mit den anderen Leuten am Parkplatz gesprochen und zwei Frauen aus Mittenwald fuhren auch im Taxi mit. So konnten wir uns zumindest die Kosten teilen und es war nicht ganz so teuer.

Gegen halb vier waren wir dann endlich alle heil zu Hause angekommen! Nur Brigitte hatte wahrscheinlich eine schlaflose Nacht, da ihr Auto ja noch nicht in Sicherheit war. Doch am nächsten Tag konnte sie es problemlos heimfahren. Zum Glück!

Dieser Ausflug war mal so richtig abenteuerlich und nervenaufreibend. Eine wahre Grenzerfahrung die nicht zwingend wiederholt werden muss!

Herzlichen Dank an Annette und Helmut für die nächtliche Telefonseelsorge und psychische Unterstützung